Sie packen Ihren Koffer, und Ihr treuer Freund schaut Ihnen bereits traurig in die Augen und nimmt die kleinsten Anzeichen einer bevorstehenden Trennung wahr.
Für einen Menschen ist die Abreise ein geplantes Ereignis, für einen Hund ist es ein plötzlicher Zusammenbruch des Universums, berichtet .
Sie versteht das Konzept der „Woche“ nicht, für sie gibt es nur das „Jetzt“: der Besitzer ist da oder er ist nicht da. Sein Verschwinden, vor allem vor dem Hintergrund von Stresssignalen (Aufregung, Taschen), ist eine Katastrophe.
Der Hund denkt nicht: „Er hat mich verlassen.“ Er fühlt, dass er ein Schlüsselelement seiner sozialen Struktur verloren hat, eine Quelle der Sicherheit und des Rituals.
Das kann zu Panik, Apathie oder Zwangsstörungen führen, bis hin zum sich selbst die Wunden lecken. Ihre Welt, die Sie im Laufe der Jahre geformt haben, ist zusammengebrochen, und sie steht allein in den Trümmern, ohne ein Überlebenshandbuch.
Das Verhalten in Ihrer Abwesenheit hängt von der Art der Bindung ab. Ein Hund mit einer sicheren Bindung, der genügend Liebe und Bestätigung erhalten hat, wird wahrscheinlich eher schmachten, sich dann aber anpassen.
Ein Hund mit einer ängstlichen Bindung kann nicht aus Langeweile, sondern aus Panik in destruktives Verhalten verfallen – er versucht, sich einen Weg zu Ihnen „zu graben“ oder einen Ausweg aus der Falle zu finden, zu der die leere Wohnung geworden ist. Nicht so sehr Spielzeug, sondern Düfte können helfen.
Lassen Sie Ihrem Haustier Ihr getragenes, ungewaschenes T-Shirt da – der vertraute Geruch erzeugt die Illusion Ihrer Anwesenheit. Pheromon-Diffusoren, die den Geruch einer säugenden Hündin imitieren, können das allgemeine Angstniveau leicht senken.
Das Wichtigste ist jedoch die Person, die bei dem Hund bleibt. Es ist besser, wenn es sich nicht um eine neue Person in einer leeren Wohnung handelt, sondern um einen vertrauten Sitter in seiner eigenen vertrauten Umgebung.
Ideal ist es, wenn Sie Ihren Hund vor der Abreise ein paar Probetage bei dieser Person oder bei Ihnen zu Hause unter deren Aufsicht lassen können. Auf diese Weise wird die Trennung nicht zu einem einzigen stressigen Ereignis (plötzliche Abreise + fremder Ort), sondern wird in zwei Phasen aufgeteilt, die leichter zu bewältigen sind.
Wenn Sie zurückkehren, begrüßen Sie Ihr Haustier ruhig und ohne überschwänglichen Enthusiasmus – dies wird die Vorstellung verstärken, dass Ihre Abreise und Rückkehr ein normaler, vorhersehbarer Teil des Lebens ist. Das Wichtigste, was Sie tun können, ist, Schuldgefühle zu vermeiden.
Der Hund spürt Ihre Angst, bevor Sie gehen, und das macht ihn nur noch ängstlicher. Ruhiges, selbstbewusstes Verhalten, ein kurzes Abschiedskommando („Warte!“) und die feste Überzeugung, dass alles gut wird, geben den richtigen emotionalen Ton an.
Sie zeigen damit, dass die Welt noch in Ordnung ist, auch wenn Sie sich vorübergehend außerhalb von ihr befinden. Und für einen Hund ist das Vertrauen in sein Herrchen der wichtigste Anker in jedem Sturm.
Lesen Sie auch
- Warum dich die Katze im Morgengrauen aufweckt: kein Hunger, sondern eine Krise der Regierungsführung
- Was passiert, wenn man das Bellen an der Tür ignoriert: Wie der Zufall zum Wahnsinn wird

