Fast jeder Hundebesitzer kennt diesen amüsanten Tanz: Der Hund umkreist sein Bett mehrmals, wirbelt herum und lässt sich dann mit einem schweren Seufzer auf das Bett fallen.
Dieses Ritual scheint in einer Wohnung mit glattem Teppich sinnlos zu sein, aber seine Wurzeln reichen Jahrhunderte zurück, zu wilden Vorfahren, berichtet der Korrespondent von .
Wölfe und wilde Hunde umarmten früher das hohe Gras, kneteten den Schnee oder die Erde auf die gleiche Weise, um einen bequemen, ebenen und sicheren Schlafplatz zu schaffen. Diese Handlung ist nicht nur ein Muskelgedächtnis, sondern ein wesentlicher Sicherheitsinstinkt.
Das Tier dreht sich auf der Stelle und sucht nach stechenden Ästen, Steinen oder, was noch wichtiger ist, nach versteckten Bedrohungen wie Schlangen oder Insekten in unmittelbarer Nähe. Instinktiv errichtet es eine Festung, in der es schlafen kann, ohne einen plötzlichen Angriff aus seinem Versteck befürchten zu müssen.
Selbst eine weiche Ottomane im Wohnzimmer wird unbewusst als potenzielles Schlachtfeld wahrgenommen. Darüber hinaus hinterlässt der Hund mit Hilfe von Drüsen an seinen Pfoten seinen Geruch auf dem Bett.
Er markiert sein Territorium und schafft sein eigenes, einzigartiges „Familiennest“, das mit einem vertrauten, beruhigenden Duft erfüllt ist. Es ist derselbe Mechanismus wie bei Katzen, die sich an Möbeln reiben, nur auf eine andere Art und Weise realisiert. Auf diese Weise wird der Raum wirklich zu Ihrem eigenen, geschützten Raum.
Aufmerksame Besitzer stellen fest, dass dieses abendliche Ritual umso länger und intensiver sein kann, je stressiger der Tag war. Das Kreisen hilft, die restliche nervliche Anspannung abzubauen, durchzuatmen und sich auf den Frieden einzustimmen.
Es ist eine Art meditative Praxis, die den aktiven Tag vom Tiefschlaf trennt. Greifen Sie nicht in diesen Prozess ein und drängen Sie Ihren Hund nicht – lassen Sie ihn die Zeremonie vollenden. Wenn Ihr Hund plötzlich das übliche Ritual abbricht oder sich im Gegenteil zwanghaft und endlos dreht und nicht zur Ruhe kommt, ist das ein Grund, genauer hinzuschauen.
Vielleicht hat sie Gelenk- oder Bauchschmerzen und kann keine bequeme Position finden. Oder ihr Angstpegel ist so hoch, dass auch ein uraltes Ritual nicht hilft, sie zu beruhigen. In einem solchen Fall verwandelt sich das Ritual von einem beruhigenden Ritual in ein Symptom.
Schätzen Sie dieses kleine nächtliche Spektakel. Es ist ein lebendiger Faden, der Ihren gemütlichen Couch-Potato mit den freien Steppen und Wäldern verbindet, in denen seine Vorfahren ihr eigenes Bett unter den Sternen gemacht haben.
Indem du ihm dieses Ritual erlaubst, respektierst du seine tiefere Natur. Und er lässt sich nieder und seufzt schwer, als wolle er sagen: „Alles ist in Ordnung. Die Welt ist sicher. Wir können schlafen.“
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