Herkömmliche Marmelade ähnelt oft einem Sirup mit Beeren, in dem der Zucker alle Aromen des Sommers ertränkt.
Doch mit modernen Methoden kann man Früchte konservieren, ohne sie in eine Kalorienbombe zu verwandeln, berichtet ein -Korrespondent.
Zucker spielt in Zubereitungen die Rolle eines Konservierungsmittels, nicht nur eines Süßungsmittels. Ohne ihn schimmeln Lebensmittel schnell, aber wer eine Alternative sucht, sollte das nicht verurteilen.
Honig, Melasse oder Ahornsirup können den weißen Zucker teilweise ersetzen, aber auch sie sind kalorienreich und beeinträchtigen den Geschmack. Sie eignen sich besser für Beeren mit einem kräftigen Eigengeschmack – Heidelbeeren, Himbeeren, Sanddorn.
Natürliche Pektine, wie sie in Äpfeln, Johannisbeeren oder Zitrusschalen vorkommen, helfen, die Masse zu gelieren, ohne dass Pektin aus dem Supermarkt zugesetzt werden muss. Kochen Sie diese Zutaten einfach zusammen mit dem Ausgangsobst.
Am einfachsten ist es, die Beeren mit ein wenig Honig zu mahlen und portionsweise einzufrieren. Aufgetaut haben sie die Konsistenz von kalter Marmelade, die sich perfekt für Pfannkuchen oder Hüttenkäse eignet.
Sie können Marmelade auf Fruchtsäften – Apfelsaft oder Traubensaft – kochen. Dank ihrer natürlichen Süße können Sie den zugesetzten Zucker um die Hälfte oder sogar mehr reduzieren.
Die Zugabe von Gewürzen wie Vanille, einem Herzstern oder einer Zimtstange täuscht den Rezeptoren den Eindruck von Süße vor, auch wenn sie nicht vorhanden ist. Das ist ein alter Trick der Konditoren.
Beeren mit hohem Säuregehalt, wie Johannisbeeren oder Stachelbeeren, eignen sich am besten für zuckerarme Zubereitungen. Ihr heller Geschmack geht auch bei minimaler Wärmebehandlung nicht verloren.
Das Sterilisieren von Gläsern und Deckeln ist bei der Zuckerreduktion von entscheidender Bedeutung. Die kleinste Bakterie kann Ihre harte Arbeit innerhalb von ein paar Wochen zunichte machen.
Sie müssen solche Zubereitungen im Kühlschrank oder in einem sehr kalten Keller aufbewahren. Sie halten sich nicht jahrelang wie klassische Marmelade, aber sie überleben auf jeden Fall bis zur nächsten Ernte.
Konfitüren aus Agar oder Chia haben eine interessante Textur und müssen überhaupt nicht gekocht werden. Mischen Sie einfach das Püree mit den Samen und lassen Sie es im Kühlschrank eindicken.
Fermentierte Beeren in ihrem eigenen Saft sind ein modischer und gesunder Trend. Sie schmachten in einem Glas unter Druck einige Tage lang vor sich hin und lagern dann in der Kälte, wodurch die Probiotika erhalten bleiben.
Scheuen Sie sich nicht vor ungesüßten Kombinationen. Rhabarbermarmelade mit Ingwer oder Birnen mit Rosmarin können eine exquisite Ergänzung zu einer Käseplatte oder einem Braten sein.
In Honig und Kardamom gekochtes Orangeat ist ein komplettes Dessert ohne ein Gramm Zucker. Ihre Komplexität und geschmackliche Tiefe wird selbst Skeptiker überraschen.
Denken Sie daran, dass Marmelade nicht nur süß ist, sondern auch den Sommer lebendig hält. Wenn eine Beere an sich schon schön ist, warum sollte man dann ihren Geschmack überdecken?
Das Experimentieren mit Süßungsmitteln wie Erythrit ist möglich, gibt aber oft einen kalten Nachgeschmack. Es ist besser, sie mit natürlichen Sirupen zu kombinieren.
Durch diesen Prozess lernt man, den wahren Geschmack einer Frucht zu schätzen, nicht nur ihre Süße. Man fängt an, zwischen Nuancen zu unterscheiden und erkennt, dass Pfirsich und Aprikose völlig unterschiedliche Welten sind.
Zuckerfreie Konfitüre ist keine Ablehnung des Genusses, sondern eine Neudefinition desselben. Sie erinnert uns daran, dass die Natur bereits Perfektion geschaffen hat und unsere Aufgabe darin besteht, sie zu bewahren, nicht sie zu verbessern.
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