Jahrzehntelange Magerkost und Cholesterinhysterie haben tiefe Spuren hinterlassen: Noch immer betrachten wir Avocados, Eier oder Nüsse misstrauisch und zählen in panischer Angst vor einer Gewichtszunahme die Grammzahl.
Aber Fett ist nicht der Feind – es ist ein grundlegender Nährstoff, ohne den der Körper buchstäblich zusammenbricht, berichtet ein Korrespondent von .
Fette sind das Baumaterial für die Zellmembranen jeder unserer Zellen und für die Myelinscheiden, die die Nerven isolieren. Eine fettarme Ernährung kann sich auf die kognitiven Funktionen und die Stimmung auswirken, denn das Gehirn besteht zu 60 Prozent aus Fett und benötigt eine konstante Versorgung damit.
Hormone, einschließlich der Sexualhormone, werden aus Cholesterin synthetisiert. Wenn eine Person eine strenge fettarme Diät macht, ist das erste, was sie bemerken kann, nicht der Gewichtsverlust, sondern ein Rückgang der Energie, der Libido und eine instabile Stimmung.
Der Körper spart an einem „Luxus“ – komplexen hormonellen Prozessen. Das Sättigungsgefühl ist der wichtigste Trumpf der Fette.
Sie werden langsam verdaut und verbleiben lange im Magen, was eine stabile Energiegrundlage schafft und Blutzuckerspitzen verhindert. Ein Löffel Olivenöl in einem Salat oder eine Handvoll Samen sättigt stundenlang, im Gegensatz zu zuckerhaltigem fettfreiem Joghurt.
Die Aufnahme von nur 30-40 Gramm gesunder Fette (eine halbe Avocado, eine Portion roter Fisch, eine Handvoll Nüsse) in den Speiseplan hat die Dinge auf den Kopf gestellt – man isst seltener und fühlt sich energiegeladener. Die Angst vor gesättigten Fetten, wie sie in Butter oder Fleisch enthalten sind, ist ebenfalls stark übertrieben.
Die aktuelle Forschung zeigt, dass ihr mäßiger Verzehr im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung nicht mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden ist. Nicht das Fett selbst ist gefährlich, sondern die Gesamtkalorienzufuhr, Transfette und übermäßiger Zucker.
Die Qualität des Fettes ist das Entscheidende. Omega-3-Fettsäuren aus Wildfisch, Leinsamenöl oder Walnüssen bekämpfen Entzündungen.
Einfach ungesättigte Fette aus Oliven und Avocados unterstützen die Gefäßgesundheit. Auch gesättigte Fette aus Kokosnüssen oder Fleisch vom Bauernhof spielen eine Rolle im Stoffwechsel.
Der Verzicht auf Fette führt oft zu einer Umstellung der Ernährung auf einfache Kohlenhydrate. Der Körper braucht Energie, und man beginnt instinktiv, sich mit Brot, Getreide und Zucker zu ernähren. Dieses Ungleichgewicht, und nicht das Fett an sich, ist eine häufige Ursache für Gewichtszunahme und Stoffwechselprobleme.
Setzen Sie Fette wieder auf Ihren Teller, ohne Furcht und Gefallen. Sie machen nicht dicker, wenn Sie die Gesamtmenge, die Sie essen, kontrollieren.
Aber sie werden Sie zu einem satten, zufriedenen und biologisch erfüllten Menschen machen. Nahrung ist nicht nur Kalorien, sondern auch eine Information für den Körper, und Fette sind eine der wichtigsten Botschaften.
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