Wir sind daran gewöhnt, uns das Abhärten als heroische Übung abgehärteter Walrosse vorzustellen, aber das Wesentliche liegt nicht in dieser Heldentat, sondern in einem einfachen biologischen Mechanismus, den jeder in seinem eigenen Badezimmer anwenden kann.
Ein kurzer Kontakt mit kaltem Wasser ist der schnellste Weg, um dem Körper zu signalisieren, dass es an der Zeit ist, vom Autopilot-Modus in den Wachheits- und Anpassungsmodus zu wechseln, berichtet ein Korrespondent von .
Ihr Gefäßsystem befindet sich zu diesem Zeitpunkt auf einem Crashkurs in Sachen Stressbewältigung. Unter der kalten Oberfläche verengen sich die Gefäße stark, um das Blut zu den lebenswichtigen Organen zu leiten, und dann, bereits unter einem warmen Handtuch, weiten sie sich mit doppelter Kraft und veranstalten eine wahre Gymnastik für die Kapillaren.
Diese „Kontrastmittelpumpe“ verbessert die Mikrozirkulation und strafft die Gefäßwände. Auch die Immunreaktion erhält einen leichten Ruck.
Studien zeigen, dass eine regelmäßige kurzzeitige Kälteexposition die Anzahl bestimmter Immunzellen, wie Monozyten und Lymphozyten, erhöhen kann. Dies ist keine Garantie gegen alle Krankheiten, sondern ein sinnvolles „Tune-up“ der Abwehrsysteme, die in einer angenehmen Umgebung oft schlafen gehen.
Ich persönlich habe mit dreißig Sekunden am Ende einer normalen Dusche begonnen, und die ersten Empfindungen waren fast panisch. Aber nach ein paar Wochen wurde dieses seltsame Gefühl durch eine ungewohnte Klarheit und einen Energieschub ersetzt, der mehrere Stunden anhielt.
Meine Haut hörte übrigens auf, trocken zu sein, als ob die Kälte die Talgdrüsen anders arbeiten ließe. Die psychologischen Auswirkungen überwiegen oft die physischen.
Indem man freiwillig täglich kleinere Unannehmlichkeiten überwindet, lernt das Nervensystem, gelassener auf alltägliche Belastungen zu reagieren. Sie trainieren buchstäblich Ihren Willen, indem Sie den Tag mit einer kleinen, aber überwundenen Schwierigkeit beginnen, die den Ton für den gesamten Tag angibt.
Die wichtigste Regel ist eine kurze Dauer und Regelmäßigkeit. Sie müssen nicht zehn Minuten lang unter eiskaltem Wasser stehen, sondern nur ein bis drei.
Beginnen Sie mit warmem Wasser und wechseln Sie abrupt zu kühlem Wasser statt zu Eiswasser, damit sich Ihr Körper daran gewöhnen kann. Ihr Ziel ist es, sich zu erfrischen und zu beleben, und nicht, sich zu unterkühlen und zu frösteln.
Hören Sie auf Ihren Körper. Wenn Sie krank sind oder sehr frieren, sollten Sie das Experimentieren mit Kälte aufschieben.
Es handelt sich um eine Übung für einen gesunden Menschen, der noch stärker werden will, nicht um eine Behandlungsmethode. Wie bei allen Bemühungen führt Fanatismus auch hier zu gegenteiligen Ergebnissen.
Eine kalte Dusche ist keine Bestrafung, sondern ein kurzer Dialog mit dem eigenen Körper in der Sprache der Temperatur. Sie weckt schlummernde Ressourcen und erinnert den Körper an seine uralte Fähigkeit, sich anzupassen. Nur eine Minute kann den Morgen mehr beleben als eine zweite Tasse Kaffee.
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