Versuchen Sie einmal, diese magische Zahl auszusprechen – sieben Menschenjahre für ein Hundejahr.
Sie ist so fest im Bewusstsein verankert, dass sie als Axiom angesehen wird, berichtet ein -Korrespondent.
Die moderne Veterinärwissenschaft und Genetik haben diese Vereinfachung jedoch schon vor langer Zeit als nutzlosen und sogar schädlichen Mythos verworfen, der die Realität verzerrt. Die Geschwindigkeit der Reifung und des Alterns eines Hundes hängt von einem komplexen Geflecht von Faktoren ab: Rasse, Größe, Gewicht, Vererbung.
Ein kleiner Toy Terrier ist im Alter von einem Jahr bereits ein ausgewachsenes Individuum, während eine riesige Dogge im gleichen Alter noch ein kindlicher Welpe ist, dessen Körper noch stark wächst. Die Wissenschaftler schlagen eine komplexere, aber genauere logarithmische Skala vor.
Bei mittelgroßen Hunden entspricht das erste Lebensjahr in der Tat ungefähr 15 Menschenjahren, das zweite Jahr plus neun Jahre und jedes weitere Jahr ungefähr fünf Jahre. Bei Miniaturrassen entspricht ein Kalenderjahr nach zwei Jahren jedoch nur 4-5 Jahren, bei Riesen 7-9 Jahren.
Dieser Unterschied ist verständlich: Große Rassen belasten die Körpersysteme stärker, ihre Zellen verschleißen intensiver. Ihr Alter ist leider kürzer, und der Alterungsprozess beginnt früher, aber paradoxerweise im Anfangsstadium manchmal langsamer.
Die Fachleute bestehen darauf, dass das Schlüsselmerkmal nicht eine abstrakte Übersetzung von Jahren sein sollte, sondern das biologische Alter, das durch eine Reihe von Indikatoren bestimmt wird: der Zustand der Gelenke, der Zähne, des Herz-Kreislauf-Systems, der Seh- und Hörschärfe. Ein zehnjähriger Dackel kann wachsamer sein als ein siebenjähriger Retriever.
Ein Besitzer, der blindlings der alten Formel glaubt, läuft Gefahr, altersbedingte Veränderungen bei einem Haustier mittleren Alters zu übersehen, weil er denkt, es sei noch zu jung für eine Spezialdiät oder die Vorbeugung von Gelenkerkrankungen. Dies ist ein Fehler, dessen Preis die Lebensqualität des Tieres ist.
Eine persönliche Erfahrung mit zwei Hunden unterschiedlicher Größe war aufschlussreich. Als der siebenjährige Corgi bereits auf ein Futter für ältere Menschenwurde sein gleichaltriger Husky weiterhin mit einer Diät für aktive erwachsene Hunde gefüttert, und nur regelmäßige Kontrolluntersuchungen halfen bei der Anpassung des Konzepts.
Verwerfen Sie einfache Zahlen zugunsten einer sorgfältigen Beobachtung. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen, Bluttests und Zustandsbeurteilungen sind die einzigen zuverlässigen „Uhren“, die das wahre Alter Ihres Begleiters anzeigen und Ihnen sagen, welche Hilfe er jetzt braucht.
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