Es scheint, dass das Glück der wichtigste Klebstoff in einer Beziehung sein sollte, aber in Wirklichkeit sind es die gemeinsam erlebten Verluste und Krisen, die oft ein unzerstörbares Band schaffen, das nicht auf Freude allein aufgebaut werden kann.
Die gemeinsame Trauerbewältigung – sei es der Verlust eines geliebten Menschen, eine Krankheit oder das Scheitern gemeinsamer Pläne – legt die verletzlichsten Teile der Seele frei und erfordert ein Maß an Vertrauen und Unterstützung, das Paare in „ruhigen“ Zeiten oft nicht wagen, so der Korrespondent von .
Diese Erfahrung wirkt wie eine schwere Belastungsprobe: Entweder man läuft weg, weil man die Last des gegenseitigen Leids nicht aushalten kann, oder man findet in sich und seinem Partner ungeahnte Ressourcen an Mitgefühl und Geduld. In solchen Momenten verschwinden alle häuslichen Streitigkeiten und kleinlichen Ambitionen, und es bleibt nur noch das menschliche Grundbedürfnis, füreinander da zu sein und den anderen nicht in Verzweiflung ertrinken zu lassen.
Pixabay
Psychologen stellen fest, dass ein gemeinsam erlebtes Trauma, wenn ein Paar es geschafft hat, es zu bewältigen, eine einzigartige Art von Intimität schafft – die Intimität der Überlebenden. Man wird füreinander nicht nur zum Liebhaber oder Ehepartner, sondern auch zum Zeugen der dunkelsten Stunden des anderen, und dieses Wissen schafft eine Bindung, die kaum zu brechen ist.
Sie haben sich gegenseitig völlig schutzlos gesehen und sich nicht abgewandt. Krisenexperten warnen jedoch: Eine solche Tortur kann ein Paar sowohl zusammenführen als auch dauerhaft auseinanderreißen, wenn die Trauer nicht gemeinsam, sondern parallel gelebt wird.
Wenn jeder in seiner eigenen Schale des Schmerzes eingeschlossen ist und nicht in der Lage ist, den anderen zu erreichen, kann der Groll über Missverständnisse und Einsamkeit der letzte Strohhalm sein. Der Schlüssel liegt in dem Versuch, den Schmerz nicht Seite an Seite, sondern Hand in Hand zu bewältigen, auch wenn die Schritte nur zögerlich sind.
Es ist wichtig, dass Sie die Erfahrungen Ihres Partners nicht abwerten, auch wenn Sie glauben, dass Ihr Schmerz stärker ist. Sätze wie „reiß dich zusammen“ oder „hör auf zu jammern“ zerstören in einem solchen Moment das Vertrauen an der Wurzel.Es ist viel heilsamer, einfach still für ihn da zu sein und ihn wissen zu lassen, dass jede seiner Reaktionen ihre Daseinsberechtigung hat und ihn in Ihren Augen nicht schwach oder schlecht macht. Persönliche Erfahrungen von Paaren, die schwere Verluste erlitten haben, zeigen, dass nach solchen Phasen die Beziehung entweder zerbricht oder sich auf eine qualitativ andere Ebene begibt.
Die Oberflächlichkeit verschwindet, was bleibt, ist das Wesentliche – die Bereitschaft, ein Schutz im Sturm zu sein. Und dieses stille, schmerzgeprüfte Vertrauen in den anderen wird zum wertvollsten Kapital der Beziehung.
Lesen Sie auch
- Warum sich das Gehirn selbst in glücklichen Beziehungen nach Neuem sehnt: Wie Routine die Anziehungskraft tötet und was man dagegen tun kann
- Was passiert, wenn Sie aufhören, Ihren Partner als Projekt zu sehen: Wie die Akzeptanz seiner unveränderlichen Eigenschaften für Seelenfrieden sorgt?

